Verkehrsunfall: Was tun, wenn es geknallt hat?

Ein Verkehrsunfall ist eine besondere Stresssituation, die jeden Verkehrsteilnehmer in Aufregung versetzt. Im Schnitt ist jeder Autofahrer alle 5 Jahre in einen Unfall verwickelt. Im Anschluss an ein solches Schadensereignis ergeben sich vielfältige und für den juristischen Laien nicht immer leicht zu beantwortende Rechtsfragen.

Welche Verhaltensregeln sollten nach einem Verkehrsunfall am Unfallort beachtet werden?

Zunächst ist es wichtig, die Unfallstelle zu sichern und Erste Hilfe zu leisten. Sodann sollten die vollständigen Daten (Namen, Adressen) der Beteiligten und vor allem das Kennzeichen des anderen Fahrzeugs festgehalten werden. Zeugen sollten ermittelt und mit Namen und Anschrift notiert werden. Um die notwendigen Beweise zu sichern, ist es hilfreich, die Endstellung der beteiligten Fahrzeuge zu fotografieren. Solche Fotografien stellen zwar kein Beweismittel im engeren Sinne dar, können jedoch im Streitfall manche Frage klären.

Sollte die Polizei zur Unfallstelle gerufen werden?

Der Geschädigte sollte den Unfall grundsätzlich durch die Polizei aufnehmen lassen. Auch wenn der Unfallgegner sich äußerst kooperativ zeigt und eine schnelle Regulierung verspricht, kommt es bei der Schadensregulierung häufig zu widersprüchlichen Unfallschilderungen. Dann ist es nützlich, auf die polizeiliche Unfallaufnahme zurückgreifen zu können.

Was muss ein Geschädigter unternehmen, um seine Ansprüche nach einem Verkehrsunfall durchzusetzen?

Nach einem Verkehrsunfall kommen vielfältige Ansprüche in Betracht. Daher sollte der Geschädigte den Rat eines Rechtsanwalts einholen. Wenn der Unfallgegner schuld ist, muss dessen Versicherung die Rechtsanwaltskosten zahlen. Versicherungen versuchen oft, eine Schnellregulierung ohne Rechtsanwalt durchzuführen. Hier sollte der Geschädigte sehr vorsichtig vorgehen und bei Zweifeln rechtlichen Rat einholen.

Muss der Geschädigte einen von der Versicherung beauftragten Sachverständigen akzeptieren?

Der Geschädigte hat Anspruch auf die Einschaltung eines Sachverständigen seiner Wahl. Die Versicherung des Schädigers hat im Umfang ihrer Haftung die Kosten eines Sachverständigengutachtens zu ersetzen. Dies gilt allerdings nicht bei sogenannten Bagatellschäden (Schaden bis ca. 700,00 €). Hier genügt zur Bezifferung des Sachschadens ein Kostenvoranschlag einer Kfz Werkstatt.

Welche Ansprüche gibt es bei Schäden an Kraftfahrzeugen?

Der Fahrzeugschaden ist selbstverständlich vollständig auszugleichen. Ob eine Reparatur des Wagens oder ein Neuerwerb ratsam ist, ist eine Frage des Einzelfalls. In diesem Zusammenhang spielt der Restwert des verunfallten Fahrzeugs eine wichtige Rolle. Während der Reparatur des Fahrzeugs bzw. in der Zeit, in der nach einem Totalschaden ein Ersatzfahrzeug angeschafft wird, kann der beschädigte Wagen nicht genutzt werden. Hier steht dem Geschädigten ein Anspruch auf Ersatz der Mietwagenkosten oder eine sogenannte Nutzungsausfallentschädigung zu.

Was muss bei der Anmietung eines Mietwagens berücksichtigt werden?

Die Mietwagenkosten müssen wegen der Pflicht des Geschädigten zur Minderung des Schadens niedrig gehalten werden. Daher ist es erforderlich, verschiedene Angebote der Autovermietungen zu vergleichen und nicht das erste Angebot anzunehmen.

Welche Ansprüche können bei Personenschäden geltend gemacht werden?

Dies ist zunächst das Schmerzensgeld. Für die Höhe des Schmerzensgeldes sind die Intensität der Verletzung, die Folge der Verletzung und das Maß des Verschuldens des Gegners entscheidend. Die Dokumentation der Verletzung durch den Arzt (Attest) nach dem Ende der Behandlung ist sehr wichtig. Selbstverständlich hat die Versicherung des Schädigers auch die erforderlichen Heilbehandlungskosten (Krankenhaus, Arzt) nach einem Verkehrsunfall zu zahlen. Besteht nach einem Verkehrsunfall nicht die Möglichkeit, dem ausgeübten Beruf nachzugehen, kann auch Verdienstausfall geltend gemacht werden.

© 2008 Rechtsanwalt Andreas Bussmann

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